Beerdigung
Wenn Menschen sterben…
… gehen sie heim zu Gott. So glauben wir Christen.
Für uns ist dieses Leben hier auf Erden einmalig und unverwechselbar; wenn wir sterben werden wir neu geboren in Gottes neuer Welt. Das heißt übersetzt: Wir dürfen von nun an immer in Gottes Gegenwart leben.
So könnte der Tod eigentlich ein Grund zur Freude sein – für den Verstorbenen ganz gewiss, davon bin ich überzeugt; aber für diejenigen, die zurück bleiben müssen ist es ein schmerzlicher Verlust.
Von Mascha Kaléko, 1907-1975, einer jüdischen Dichterin stammt folgendes Gedicht:
Memento
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind. Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? Allein im Nebel tast ich todentlang Und lass mich willig in das Dunkel treiben. Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben. Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr; – Und die es trugen, mögen mir vergeben. Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, Doch mit dem Tod der andern muss man leben.
Indem wir unsere Toten beerdigen, bringen wir dadurch zum Ausdruck, wieviel sie uns bedeutet haben und auch weiterhin bedeuten.
Wir verabschieden uns von einem Menschen mit seinem einzigartigen Leben mit seiner einmaligen Geschichte.
Der tote Körper ist nicht nur eine leere Hülle, die man wegwirft, sondern sie war Wohnstatt von Geist und Seele; die äußere Gestalt eines Menschen. Deshalb kommt ihm auch im Tod Würde und Bedeutung zu, wenn wir ihn - begleitet von Gesängen, Gebeten und Riten - der Erde übergeben.
Das Grab selbst ist für viele Trauernde ein Ort, an dem sie ihre Trauer festmachen können.




